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Gut feiern, gut wirken – Nachhaltige Events in MV

06.07.2026

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3 min

Nachhaltige Veranstaltungen sind ein Gewinn – für Gäste, die Region und die Umwelt. Diese Checkliste unterstützt Tourismusakteure in Mecklenburg-Vorpommern dabei, ihre Events bewusst und zukunftsfähig zu gestalten: von Mobilität und Energie über Catering und Abfall bis hin zur regionalen Klimakompensation mit den MV-Ökowertpapieren.

Gut feiern, gut wirken – Nachhaltige Events in MV © MV-T/Roth

Nicht jedes Kriterium muss für jede Veranstaltung passen oder sofort umgesetzt werden – die Liste soll vor allem Orientierung und Inspiration geben. Nachhaltigkeit ist ein Prozess, der sich Schritt für Schritt weiterentwickeln kann, auch über mehrere Veranstaltungen und Jahre hinweg.

1. VERANSTALTUNGSORT

  • Veranstaltungsort gut mit ÖPNV/Bahn erreichbar
  • Unterbringung in unmittelbarer Nähe zum Veranstaltungsort gewählt (kurze Wege)
  • Veranstaltungsort verfügt über Umweltmanagementsystem oder Zertifizierung
  • Hotels/Unterkünfte mit Umweltzertifizierung bevorzugt (z. B. GreenSign, Viabono,...)
  • Freiflächenschutzkonzept erstellt (bei Outdoor-Veranstaltungen in der Natur)
  • Umweltbeauftragte Person vor Ort eingeplant (bei Veranstaltungen in der Natur)
  • Barrierefreiheit des Ortes geprüft und sichergestellt

2. MOBILITÄT & ANREISE

  • Veranstaltungszeiten (Beginn/Ende) auf ÖPNV-/Zugverbindungen abgestimmt
  • Anreiseinformationen mit ÖPNV-Hinweisen frühzeitig und prominent kommuniziert
  • Kombiticket (Eintrittskarte + ÖPNV) oder vergünstigte Bahn-Tickets angeboten
  • Shuttle-Service mit emissionsarmen Fahrzeugen vom Bahnhof eingerichtet
  • Fahrradstellplätze in ausreichender Zahl vorhanden
  • Fahrgemeinschafts-Börse oder Hinweis auf Mitfahrzentralen eingerichtet
  • Für Mitarbeitende gilt eine No-Flight-Policy (Inlandsflüge ausgeschlossen)
  • Parkraum bewirtschaftet und Auffangparkplätze mit Shuttle vorgesehen
  • Elektroladestationen für Fahrräder und PKW vorhanden oder eingeplant
  • Modal Split der Anreise erhoben (Anteil ÖPNV, PKW, Fahrrad etc.)

3. ENERGIE & KLIMASCHUTZ

  • Strom aus erneuerbaren Energien (Ökostrom) bezogen
  • Energieverbrauch der Veranstaltung gemessen und dokumentiert
  • Energieeffiziente LED-Beleuchtung eingesetzt
  • Heizung max. 20 °C, Kühlung max. 6 °C unter Außentemperatur
  • Geräte mit Energieeffizienzklasse A oder Blauer-Engel-Zertifizierung bevorzugt
  • IT-Geräte und AV-Technik auf Energieeffizienz geprüft
  • Notstromaggregate mit HVO (hydrotreated vegetable oil) oder alternativ betrieben
  • Keine Gasheizstrahler im Außenbereich
  • CO-Gesamtemissionen der Veranstaltung berechnet (z. B. mit UBA-Veranstaltungsrechner)
  • Kompensationsstrategie festgelegt: erst vermeiden – dann reduzieren – dann ausgleichen
  • Regionale Klimakompensation z.B. mit Ökowertpapieren MV in der Veranstaltungskommunikation transparent ausgewiesen
  • Gästen die Möglichkeit geboten, eigene Anreise-Emissionen über regionale Angebote zu kompensieren (z. B. als Option beim Ticketkauf)

4. BESCHAFFUNG, MATERIAL & ABFALL

  • Abfallkonzept mit Trennung (mind.: Restmüll, Papier, Glas, Biomüll, Wertstoffe) erstellt
  • Behälter farblich und mehrsprachig gekennzeichnet
  • Abfallmengen erhoben und dokumentiert
  • Einweg-Plastik (Becher, Strohhalme, Flaschen, Tüten, Polystyrol) vollständig verbannt
  • Mehrweggeschirr und -becher im Einsatz (Pfandsystem)
  • Nutzlose Give-Aways und Einweg-Werbemittel von Sponsoren ausgeschlossen
  • Druckerzeugnisse auf das Nötigste reduziert; Recyclingpapier (Blauer Engel)
  • Digitale Kommunikation bevorzugt (E-Einladungen, App, Online-Programm)
  • Banner ohne Datumsangaben gedruckt (Wiederverwendung möglich)
  • Standmaterialien und Merchandising aus nachhaltigen Materialien
  • Konzept zur Weiternutzung von Aufbauten und Materialien erstellt
  • Aussteller (Messen/Kongresse) vertraglich zu Nachhaltigkeit verpflichtet
  • Kein Feuerwerk (Feinstaub, Plastikmüll und Metallrückstände, Lärm- und Stressbelastung für Menschen und Tiere - alternativ Lichtershow)

5. GASTRONOMIE & CATERING

  • Catering-Anbieter mit Nachhaltigkeitskriterien ausgewählt
  • Überwiegend vegetarisches oder veganes Angebot (mind. 50 % der Speisen)
  • Mind. 50 % Bio-Anteil bei Lebensmitteln
  • Regionale und saisonale Produkte bevorzugt (MV-Erzeuger)
  • Fisch und Meeresfrüchte aus nachhaltigem Fang (MSC/ASC-Zertifikat)
  • Fair gehandelte Produkte (Kaffee, Tee, Kakao, Zucker) mit Siegel (Fairtrade, Rainforest Alliance)
  • Leitungswasser kostenlos bereitgestellt; Verzicht auf Einweg-Wasserflaschen
  • Plan zur Vermeidung und Verwertung von Lebensmittelresten erstellt (z. B. Weitergabe an Tafel)
  • Mengenplanung sorgfältig kalkuliert, um Überschuss zu minimieren
  • Keine Kühlung mit übermäßigem Energieeinsatz
  • Nachhaltigkeitsmerkmale auf der Speisekarte/am Büfett kommuniziert
  • Palmölhaltige Produkte ausgeschlossen

6. WASSER

  • Maßnahmen zur Reduktion des Wasserverbrauchs getroffen
  • Umweltfreundliche Reinigungsmittel verwendet
  • Mobile Sanitäranlagen (Outdoor) umweltfreundlich, sauber und bedarfsgerecht
  • Vorbeugung von Boden- und Gewässerverschmutzung sichergestellt

7. SOZIALE VERANTWORTUNG & INKLUSION

  • Veranstaltungskonzept passt zur Region und ihrer Identität – regionale Kultur und Brauchtum werden aufgegriffen und authentisch weiterentwickelt
  • Regionale Kulturangebote, Naturerlebnisse oder lokale Akteure in das Programm integriert
  • Anwohnerinnen und Anwohner in Planungen einbezogen
  • Bevölkerung frühzeitig informiert, z. B. Lärmbelästigung durch Musik (Alternativen wie z.B Silent Disco prüfen), Verkehr, Lichtimmissionen, An- und Abfahrtszeiten
  • Barrierefreiheit umgesetzt (Zugänglichkeit, Beschilderung, Sanitäranlagen)
  • Barrierearme/barrierefreie Website vorhanden
  • Gebärdensprachdolmetscher oder Hörschleife eingeplant (bei Bedarf)
  • Awareness-Konzept gegen Belästigung und Diskriminierung vorhanden
  • Gender Mainstreaming und Diversity bei Programm und Besetzung berücksichtigt
  • Faire Beschäftigungsverhältnisse für alle Mitarbeitenden sichergestellt

8. KOMMUNIKATION & TRANSPARENZ

  • Nachhaltigkeitsmaßnahmen in der Veranstaltungskommunikation (Website, Flyer, Social Media) transparent dargestellt
  • Alle Beteiligten (Dienstleister, Aussteller, Künstler) über Nachhaltigkeitsziele informiert
  • Gäste vor und während der Veranstaltung über nachhaltige Verhaltensweisen informiert
  • Ansprechperson für Nachhaltigkeitsfragen vor Ort bekannt und erreichbar
  • Feedback-Mechanismus für Nachhaltigkeitsaspekte eingerichtet
  • Nachhaltigkeitsbericht oder Kennzahlen nach der Veranstaltung veröffentlicht
  • Keine irreführenden Nachhaltigkeitsaussagen (Greenwashing vermeiden); Maßnahmen konkret belegbar (EU-Richtlinie 2024/825, EmpCo beachten)

9. WIRTSCHAFTLICHE NACHHALTIGKEIT

  • Regionale Dienstleister und Lieferanten bevorzugt (stärkt Wertschöpfung in MV)
  • Sponsoring und Partnerschaften auf Vereinbarkeit mit Nachhaltigkeitszielen geprüft
  • Nachhaltigkeitsmehrkosten realistisch in Budgetplanung eingeplant
  • Fördermöglichkeiten für nachhaltige Veranstaltungen recherchiert (z. B. LEADER, EU-Förderungen, Klimaschutz-Fonds MV)

10. ORGANISATIONSKULTUR & PLANUNG

  • Nachhaltigkeitsziel für die Veranstaltung schriftlich festgelegt
  • Verantwortliche Person für Nachhaltigkeitsmanagement benannt
  • Virtuelle oder hybride Teilnahme als Alternative geprüft (um Anreisen zu reduzieren)
  • Nachhaltigkeitskriterien in Verträge mit allen Dienstleistern aufgenommen
  • Mitarbeitende und Ehrenamtliche zum Thema Nachhaltigkeit informiert und geschult
  • Nachhaltigkeitsbilanz nach der Veranstaltung geplant (Lessons Learned)
  • Ggf. Zertifizierung mit Blauer Engel für Veranstaltungen (DE-UZ 236)