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Internationaler Verein will Europäische Gutshausroute im Ostseeraum etablieren

24.04.2026

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Der erste "Baltic Manors ROUTE Day" am 22. April 2026 bildet den offiziellen Startschuss zur Entwicklung einer Route, die lebendiges Gutshauserbe, regionale Tourismusangebote und gemeinsame Perspektiven im Ostseeraum miteinander verbindet.

Anlässlich des ersten internationalen „Baltic Manors ROUTE Day“ gab die Baltic Manors Association, ein internationaler Zusammenschluss von Gutshausvereinigungen, Tourismusorganisationen und Forschungseinrichtungen im Ostseeraum, den nächsten Schritt ihrer langfristigen Zusammenarbeit bekannt: die “Baltic Manors ROUTE”. Im Rahmen des EU-geförderten Projekts „Baltic Manors ROUTE“, unterstützt durch das Interreg South Baltic Programme, soll eine Route der Herrenhäuser im Ostseeraum bis 2027 etabliert und bis 2028 als „Kulturroute des Europarats“ zertifiziert werden.

Zur Veranstaltung hatten der Tourismusverband Vorpommern gemeinsam mit dem Verein der Schösser, Guts- und Herrenhäuser MV ins Bernsteinschloss Wendorf eingeladen.

Den rund 40 Gästen aus Politik, Verwaltung und Kultur sowie interessierten Partner*innen und Medienvertreter*innen wurde die Vision der Europäischen Kulturroute präsentiert und mit Fachbeiträgen zum Kulturerbe der Herrenhäuser im Ostseeraum untermauert. Abschließend folgte ein reger Austausch zur Besonderheit der Gutshauslandschaft im Ostseeraum, Chancen einer Europäischen Zertifizierung und der Internationalisierung zur Belebung des Tourismus im ländlichen Raum.

„Die Europäische Route der Herrenhäuser ist eine Chance zur Weiterentwicklung des ländlichen Raums und trägt zur Verbesserung der Wahrnehmbarkeit der gesamten südlichen Ostseeregion bei“, betonte auch Jochen Schulte, Staatssekretär für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit MV, in seinem Grußwort. Das Ministerium unterstützt das Projekt als assoziierter Partner.

Der Geschäftsführer der neu gegründeten MV Tourismus GmbH, Peter Kranz, unterstrich in seinem Grußwort, „der internationale Kontext der ‘Baltic Manors ROUTE’ trägt dazu bei, MV weltoffen und zugleich kulturträchtig zu präsentieren. Die Vernetzung mit europäischen Partnern und die gemeinsame Vermarktung bietet nachhaltige Chancen“.

Ziel der “Baltic Manors ROUTE” ist es, das gemeinsame Gutshauserbe rings um die Ostsee sichtbarer, zugänglicher und langfristig nachhaltiger zu machen. Für Besucher bedeutet dies einen erleichterten Zugang zu Orten und Erlebnissen. Für Gutshausbetreiber schafft die Initiative stärkere Unterstützung und eine bessere Wahrnehmung. Für die lokalen Gemeinschaften werden Gutshäuser zu identitätsstiftenden Orten und eröffnen neue Perspektiven für ländliche Räume im Hinterland der Ostseeküsten. Mit weit über 10.000 Gutshäusern in Polen, Deutschland, Litauen, Lettland, Estland, Schweden und Dänemark weist der Ostseeraum die weltweit höchste Dichte dieser Bauwerke auf. Rund 1.000 von ihnen sind bereits für Gäste geöffnet und bieten touristische Erlebnisse. Die „Baltic Manors ROUTE“ soll diese Orte durch regionale Besucherangebote, gemeinsame Themen, Kooperation und Austausch im Ostseeraum sowie durch eine stärkere gemeinsame Stimme gegenüber öffentlichen Institutionen miteinander vernetzen.

Aufbauend auf der etablierten Dachmarke „Baltic Manors – Old places, new life“ steht die Route für eine zeitgemäße Gutshauskultur: Orte, die für Besucher geöffnet sind, in lokalen Gemeinschaften verankert und von einem pluralistischen, weltoffenen europäischen Geist geprägt sind. Häufig sind es engagierte sogenannte „Raumpioniere“, die historische Gebäude neu denken, weiterentwickeln und mit Leben füllen. Damit fördert die „Baltic Manors ROUTE“ den kulturellen Austausch und die Einbindung jüngerer Generationen – zentrale Elemente des Kulturroutenprogramms des Europarats.

„Dies ist ein bedeutender und zugleich mutiger Schritt. Die Baltic Manors ROUTE bringt unsere Länder über ein gemeinsames kulturelles Erbe näher zusammen und unterstützt zugleich die Menschen und Initiativen vor Ort, die diesen historischen Gebäuden eine Zukunft geben. Sie schafft einen Rahmen für Zusammenarbeit im Ostseeraum, erleichtert Besuchern den Zugang zum gemeinsamen Gutshauserbe und vermittelt zentrale europäische Werte im Geist einer neuen ländlichen Kultur“, sagte Manfred Achtenhagen, Vorsitzender der Baltic Manors Association.

„Unseren Gästen bieten wir mit der Europäischen Kulturroute ein neues Produkt, regionale Erlebnisse rund um das Thema Guts- und Herrenhaus kennen zu lernen und zu festigen, wofür die Marke ‘Baltic Manors – old places, new life’ steht“, fasste Fanny Holzhüter, Geschäftsführerin des Tourismusverbandes Vorpommern, zusammen. 

Funktionsweise der Route für Besucher und Regionen

Die “Baltic Manors ROUTE” folgt, wie die meisten der offiziellen Europäischen Kulturrouten, keinem festen Verlauf, sondern entwickelt sich aus regionalen Clustern besuchbarer und buchbarer Angebote sowie sogenannten Entry-Points, die Besucher dazu anregen, weitere Ziele zu entdecken. Unterstützt wird dies durch gemeinsame Kommunikation, Qualitätsentwicklung und grenzüberschreitendes Storytelling. Darüber hinaus werden bestehende Formate ausgebaut, die das gemeinsame Erbe erlebbar machen – etwa durch gemeinsame Themen, Bildungsangebote und internationale Besucherformate wie das transnationale Baltic Manors Festival oder die Baltic Manors Exhibition, die an sieben Standorten in fünf Ländern gezeigt wird. Ein erster Austausch mit dem European Institute of Cultural Routes (EICR) in Luxemburg hat den Partnern bereits den Weg und die Anforderungen für eine Zertifizierung aufgezeigt. Ziel ist es, das Konzept bis 2027 zu konsolidieren und bis 2028 die Zertifizierung zu erreichen.

Rückblick Baltic Manors ROUTE Day

Der erste Baltic Manors ROUTE Day als zentrale Auftaktveranstaltung, fand am 22. April 2026 in Mecklenburg-Vorpommern und am 23. April 2026 in weiteren teilnehmenden Ländern statt. Im Mittelpunkt standen politischer Dialog und fachlicher Austausch zwischen Gutshausbesitzern, Verbandsvertretern, Tourismusakteuren, Forschenden und öffentlichen Institutionen. Das Format soll künftig jährlich stattfinden und die Interessen der Eigentümer sowie die Bedeutung dieses gemeinsamen Kulturerbes nachhaltig im Fokus halten.