Qualität

28.11.2020

5 min

1112 Wörter

Jetzt als familienfreundliches Unternehmen zertifizieren lassen

Zertifizierungsrunde 2021 startet zum 15. Januar 2021 / Bewerbungsschluss ist der 28. Februar 2021

Qualitätssiegel „Familienurlaub MV – Geprüfte Qualität“, Foto: TMV

Ein Plädoyer für die kontinuierliche Weiterentwicklung der Urlaubsqualität: Für die Gäste von heute und morgen

Familien lieben den Urlaub in der Mecklenburgischen Seenplatte und an der Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns. Sie kommen Jahr für Jahr gern wieder, teilweise seit Generationen. Die Natur und die damit verbundenen Möglichkeiten die Ferien zu gestalten, sind hier einfach einzigartig. Warum also ein Plädoyer für eine Weiterentwicklung und „geprüfte Qualität“ im Familienurlaub?

Seit 2008 gibt es das Qualitätsmanagement Familienurlaub (QMF) in MV, eine Initiative des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern, die Erfolgsgeschichte schreibt. Aus Sicht der Jury zeichnet sich eine kontinuierliche Steigerung der Qualität in den berücksichtigten Handlungsfeldern ab, denn die Beteiligten nehmen die Herausforderungen des Qualitätssiegels an.

Aktuell sind es 87 Betriebe, die sich zertifizieren lassen. Viele der Betriebe haben diesen Prozess bereits mehrfach durchlaufen. In jedem Jahr schließen sich weitere in den Kategorien Beherbergungs- und Gastronomiebetriebe, Tourismusorte und Erlebnispartner an.

Den Fokus immer wieder auf die Zielgruppe

Absicht des QMF ist den Beteiligten besondere Chancen für eine beständige Weiterentwicklung zu eröffnen. Denn alle drei Jahre wird mit einer Teilnahme der Fokus der Gestaltenden im Betrieb wieder darauf gelenkt, was für die Zielgruppe Familien bereits erfolgreich getan wird und was noch verbessert werden kann.

Regelmäßig werden die Anträge von der Jury daraufhin überprüft, ob aktuelle Trends, die bei Familien beobachtet werden, in den Selbstbefragungsbögen des QMF ausreichend Berücksichtigung finden. So werden die dort aufgeführten Handlungsfelder passgenau mit den Bedürfnissen von Familien abgestimmt. War es in den Anfangsjahren noch die Garantie auf Nichtraucherbereiche in den Betrieben (was heute historisch anmutet), sind die Fragebögen heute um Themen wie z. B. Familienfreundlichkeit im eigenen Betrieb, Nutzung von Social Media bei der Gästekommunikation und Aspekte von Nachhaltigkeit ergänzt.

Im laufenden Betrieb bleibt in der Regel wenig Zeit für kontinuierliche Reflexion. Alle drei Jahre bietet sich mit einer Entscheidung für das QMF die Gelegenheit, eine selbstkritische Bestandsaufnahme der Praxis im Betrieb vorzunehmen. So können Ansätze für Veränderungen im Sinne der Zielgruppe generiert werden. Die Intention des QMF ist die Anregung zur Selbstüberprüfung der eigenen Angebote und Vorgehensweisen. Auch wenn von den Bewerbern noch andere Zielgruppen angesprochen werden, geht es hier darum das eigene Profil zu schärfen und sich selbst zu klären: Warum sind Gäste mit Kindern bei uns gut aufgehoben und was genau tun wir dafür? Der bewährte und in diesem Jahr gerade ganz frisch überarbeitete Praxisleitfaden (siehe TMV-Praxisleitfaden 01/2020) ist dazu ein dienliches Instrument.

Der Anteil von Familienurlauben an Haupturlaubsreisen beträgt laut Reiseanalyse der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR) 2020 in Deutschland 21,8 Prozent. Kinder haben ein Mitspracherecht bei der Auswahl der Urlaubsdestination, was stetig größer wird (siehe www.kidsandfunconsulting.com Studie 2017). Daher greift der Fragebogen u. a. auch die Perspektive der Kinder auf: Sind schon bei der Auswahl für das Urlaubsziel die Möglichkeiten für Spiel, Abenteuer und Unterhaltung ersichtlich? Finden sich die Kinder und Jugendliche in den Darstellungen der Anbieter auf den Websites und in anderen Quellen im Internet, wie z. B. Facebook und Instagram wieder? Ist der Zielort vielversprechend in Bezug auf die Möglichkeiten, etwas zu erleben? Oder werden menschenleere Orte abgebildet, welche Fantasien von Langeweile wecken?

Aspekte wie Sicherheit und Verlässlichkeit von Kinderbetreuungsangeboten (als zwei Gesichtspunkte von vielen) sind verheißungsvolle Orientierungsanker für Mütter, Väter und Großeltern, die durchaus eine Urlaubsentscheidung beeinflussen.

Ein Mehrwert für viele

Betriebe und Orte, die sich mit dem goldbekrönten Gustav, dem verbildlichten Qualitätssiegel „Familienurlaub MV – Geprüfte Qualität“ schmücken, stellen also eine Orientierungshilfe für Familien dar. Das bedeutet Entlastung in einer komplexen Angebotswelt. Im Urlaub suchen Familien ihren Bedürfnissen entsprechende Orte und Unterkünfte und wollen auch erlebnisreiche, kinderfreundliche Ferien verleben. Die gemeinsamen Marketingkomponenten von beteiligten Orten, Freizeitanbietern, Beherbergungs- und Gastronomiebetrieben ergeben eine Qualitätslinie mit Wiedererkennungswert. Und darin liegt dann auch ein weiterer Mehrwert für die Beteiligten: bestenfalls mehr und noch zufriedenere Gäste.

Qualitätsentwicklung als gemeinsamer Prozess

Nach Einsendung der Antragsbögen wird im ersten Schritt die Selbstauskunft dahingehend überprüft, was aus Perspektive der potenziellen Gäste über den Betrieb/Ort in Erfahrung gebracht werden kann. Das heißt, es wird nachvollzogen, wie sich die Bewerber aus Sicht der Familien präsentieren (Außendarstellung, Erstkontakt). Diese Eindrücke und Rückmeldungen werden mit der eingereichten Selbsteinschätzung abgeglichen und für das Feedback während der Bereisung aufbereitet.

Während der Besuche vor Ort werden die Angaben aus den Fragebögen von zwei bis drei Juryreisenden abgeglichen. Daran schließt sich ein Beratungsgespräch an. Ein Abgleich von Selbst- und Fremdwahrnehmung birgt die große Chance, andere Blickwinkel auf das eigene Angebot einzunehmen. Die Inhalte der Gespräche geben wertvolle Anregungen für kleine, wirksame Verbesserungen der Angebote von der Ausstattung bis zum Umgang mit kritischen Gästerückmeldungen. Die Mitglieder der Jury bringen diverse Hintergründe im Tourismus und mit der Zielgruppe mit und verstehen sich als Gesprächspartner auf Augenhöhe. 

In den Gesprächen vor Ort ist auch der Raum, um tagesaktuelle touristische Fragen zu diskutieren, Detailfragen an die Experten zu richten, zum Beispiel zu Themen wie Kochen für Kinder, Programmangebote für unterschiedliche Altersgruppen, Fragen zu Material und Bezugsquellen.

Davon unabhängig gibt es für die Belange der Teilnehmer des QMF auch bei Mirka Vaarnas und ihren Kollegen (Strategische Produktentwicklung/Familie) vom Tourismusverband MV immer ein offenes Ohr und Beratung.

Vernetzung und Weiterbildung sichern Zukunft

Den Teilnehmern des QMF wird nicht nur eröffnet, Teil eines Marketings zu sein, sondern auch eines Netzwerkes aus Gleichgesinnten. Angebote für Weiterbildung, die auch Räume des Erfahrungsaustausches und der Inspiration eröffnen, haben im Rahmen des QMF von Beginn an eine gute Tradition. Hier wird beste Praxis geteilt. Inhalte der Workshops sind beispielsweise die Bedürfnisse der Zielgruppe und aktuelle Trends im Familientourismus. Auch Umsetzungsoptionen der Anforderungen aus dem QMF, wie beispielsweise gute Bilderleitsysteme, gelungene Kommunikationsstrategien sowie Ideen kreativer Produktentwicklung für Familien werden aufgegriffen.

Warum also ein Plädoyer für eine Weiterentwicklung? Qualitätsentwicklung bedeutet die eigene Zukunft aktiv zu gestalten. Das dient immer der gemeinsamen Sache: Es geht darum, einen modernen Tourismus in der Region zu befördern, um damit die Urlaubsqualität – hier für die Familien – nachhaltig zu erhöhen. Das sichert die Gäste von morgen.

Antje Mein, Gäste von Morgen

Aufrufe