Corona-Virus

23.04.2021

1 min

332 Wörter

Touristisches Beherbergungsverbot des 4. Bevölkerungsschutzgesetzes unverhältnismäßig

Deutscher Tourismusverband fordert Öffnungskonzept für den Deutschlandtourismus

Entwurf Infektionsschutzgesetz, Foto: Deutscher Bundestag

Der Deutsche Bundestag und der Bundesrat werden voraussichtlich in dieser Woche das 4. Bevölkerungsschutzgesetz und damit die sogenannte Bundesnotbremse des § 28 b Infektionsschutzgesetz beschließen. Darin sind unter anderem das Verbot touristischer Übernachtungen und damit die Fortsetzung des seit fast sechs Monaten ununterbrochen andauernden Stillstands des Deutschlandtourismus vorgesehen.

Aus Sicht des Deutschen Tourismusverbandes (DTV) bestehen erhebliche verfassungsrechtliche Bedenken an der Neuregelung. Insbesondere das touristische Beherbergungsverbot hält der DTV für unverhältnismäßig. Der Gesetzentwurf lässt – wie schon derjenige zum 3. Bevölkerungsschutzgesetz und insbesondere zu § 28 a Infektionsschutzgesetz – eine ausreichende und nachvollziehbare Begründung vermissen, warum es geeignet zur Pandemiebekämpfung sein soll. Die genaue Darlegung sind der Stellungnahme unter www.tourismus.mv/artikel/infektionsschutzgesetz-undifferenziertes-beherbergungsverbot-ist-unverhaeltnismaessig zu entnehmen.

Nach über einem Jahr der Pandemie wären Gesetz- und Verordnungsgeber gehalten, die mittlerweile vorliegenden wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Pandemiegeschehen und zu besonderen Risikoszenarien zu berücksichtigen. Dies gilt mit Einführung der „Bundesnotbremse“ ganz besonders für den Bereich der Inzidenzen unter 100, der nach wie vor in die Regelungskompetenz der Bundesländer fällt.

Leider lässt das Infektionsschutzgesetz keine klare Vorgabe erkennen, welche Maßnahmen wann und bei welcher Inzidenz zu ergreifen sind. Hinzu kommt mit Blick auf die bevorstehenden Sommerferien, dass mit der baldigen Einführung eines Impfnachweises und der damit verbundenen zu erwartenden Erleichterungen von Auslandsreisen die Benachteiligung des Inlandstourismus gegenüber dem Auslandstourismus noch stärker zu werden droht.

Eine Planungs- und Öffnungsperspektive für den Tourismus ist vor diesem Hintergrund immer noch vollkommen offen. Bereits im Beschluss der Bund-Länder-Konferenz vom Januar war aber angekündigt worden, dass die Chefs der Staatskanzleien und der Chef des Bundeskanzleramtes entsprechende Planungen erarbeiten sollen. Für den Tourismus steht eine Öffnungsstrategie jedoch immer noch aus.

Der DTV bittet eindringlich darum, schnellstmöglich ein Öffnungskonzept für den Deutschlandtourismus vorzulegen.

Download: Beschlossener Text des Infektionsschutzgesetzes zur "Bundesnotbremse"

Deutscher Tourismusverband

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